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Manfred H. Freude

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Schwaigen

 

 

Schweigen und Kluft

von Manfred H. Freude

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum diese Schrift?

Begründung:

Aus folgenden Gründen sehe ich mich ehrlich gezwungen,( auch entgegen allen Ratschlägen) eine Deutung des Gedichtes zu liefern.

 

1.)     

2.)    Das Gedicht “ Schweigen und Nichts „<wie andere,> entzieht sich einer fehlerlosen Interpretation, (oder wird ihm, da es noch nicht namhaft rezitiert wurde, seine Ernsthaftigkeit nicht zugesprochen?)

3.)    Die fehlenden Bemühungen von Wissenschaftlern sich mit Unbekanntem zu beschäftigen, mit dem Gedanken, das sie vielem Beliebigkeit unterstellen.

 

Grundlegend gehe ich davon aus, dass es für jeden Wissenschaftler und Experten unmöglich ist, das Genie, in und an einem Kunstwerk, (sei es Bild, Plastik, Musikstück oder Gedicht) zu erkennen. Noch niemals in der Geschichte wurde große Kunst bei Ihrer Entstehung entdeckt!

 

 

Rede kann nicht ohne das Schweigen gedacht werden, sowie die Stille nicht ohne einen Laut gedacht werden kann. Schweigen ist stilles Reden; wer etwas anderes sagt der lügt.

 

Meine Gedichte erklären sich dadurch, dass sie der, welcher sie versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie – auf ihnen – über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.) frei nach: „Wittgenstein-Tractatus, 15

 

…und wenn dir nunmehr alle Leitern fehlen, so musst du verstehen, noch auf deinen eigenen Kopf zu steigen: wie wolltest du anders aufwärts steigen? Z; KSA, 4 194

 

 

 

 

Das Gedicht

Vom Schweigen und Nichts

von Manfred H. Freude, anschließend ein zweites

mit einer folgenden Interpretation (Auslegung):

 

Vom Schweigen und Nichts

 

Ineinsgefroren liegt himmelschwer

Tiefschwervergrabenes. Im Körper

Gehäutet

 

Leeres Gerede von Pulten

Die NICHTS sagten. Sprachen. Ja, sprachen

Doch NICHTS sagten. Schwiegen

Schrieben von den Pulten –

Schwiegen

 

Von einer Stimme, mit eines Stimme

Beides zusammen

Nicht Eines sondern : Keines

 

Was redet, aber nicht spricht

Nichts sagt aber schweigt

Denn dort ist Einer

Der nicht redet aber schweigt

Der führt das Wort

Führt es hinaus ins Nichts

 

Doch wo steht das Nichts?

Das Nichts, es steht auf dem Nichts

Das Schwarze, es steht auf dem Weißen

Das Schweigt : Das Schweigen

Das Leichenläuten der Totenglocke

(Auf dem Nichts steht das Nichts)

Ineinsgefroren

Beides zusammen

 

 

© 2008    MANFRED H. FREUDE    Aachen

 

 

 

 

 

 

„VOM SCHWEIGEN UND NICHTS“

kritisierte Interpretation:

Dieses längere freirhythmische Gedicht rückt die Reflexion um die beiden Pole „Reden und Schweigen“ in den Mittelpunkt. Sie nutzen das Stilmittel des Paradoxons, um Spannung zu erzeugen, indem Sie ‚nichts sagende Redner’ („sprachen, doch nichts sagten&ldquo mit einem ‚das Wort führenden Schweigenden’ kombinieren. Hier klingt meines Erachtens das alte Ideal von einer dem rein Arbiträren und Zeichenhaften enthobenen Sprache ebenso an wie das bekannte Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“.

Das Gedicht bewegt sich, wie schon die Überschrift vermuten lässt, vor allem im Spannungsfeld von abstrakten Begriffen: zentral ist hier die Opposition „Schweigen“ und „Reden“; aber auch „das Nichts“, als Steigerung des Schweigens. Gut gefiel mir, dass Sie diese reflexiven (und weniger ‚griffigen&rsquo Begriffe mit einigen konkreten Bildfeldern koppeln, die es den Lesern ermöglichen, die Situation zu verorten (das Ausgangsbild „leeres Gerede von Pulten“ konnotiert etwa Redner in einem Kongresssaal oder einer Universität).

 

Veränderungsvorschläge:

Wenn Sie redundante Passagen (z. B. Wiederholung von Abstrakta) ausdünnen würden und so das Feld der abstrakten Reflexionen noch etwas komprimieren, würden Sie meiner Ansicht nach dem Gedicht insgesamt noch mehr Kontur, Griffigkeit und Dichte verleihen können.

So ließe sich anfangs das gedoppelte „schwer“ kürzen, vielleicht sogar sofort mit der Spannung erzeugenden Opposition „Himmelschwer“ und „Tiefvergrabenes“ einsteigen. Auch in der 3. Strophe könnte man eine Kürzung in Erwägung ziehen: Da das Wortfeld des Sagens im Text sowieso dominant ist, läge es hier meiner Ansicht nahe, Wiederholungen zu streichen. Ähnliches gilt für die letzte Strophe (s. u.).

Das Stilmittel der Wiederholung ist ein starkes, sollte aber meiner Ansicht nach möglichst akzentuierend, also eher sparsam gebraucht werden. So würde ich vorschlagen, in Strophe 4 das Verb „führt“ nur einmal zu verwenden und in Strophe 5 auf die Stockung des Satzes durch nachgestelltes Pronomen („Das Nichts, es&ldquo zu verzichten. Auch die rhetorische Frage „Wo ist das Nichts“ könnten Sie in meinen Augen hier weglassen, um eine eher plaudernd - kommentierende Tonlage zu vermeiden und die Überlegungen kompakter, direkter und suggestiver zu präsentieren.

Der Vers „nicht Eines, sondern: Keines“ in Strophe 2 läuft meines Erachtens Gefahr, unscharf zu wirken – hier könnte eine Ausdünnung in meinen Augen mehr Klarheit erzeugen.

Formal fände ich es geschmeidig, wenn Sie die Zeilenanfänge klein beginnen, denn so lesen sich die Zeilenübergänge fließender. Wo Sie deutlichere Zäsuren  wünschen, könnten Sie ja – wie in der gelungenen Verszeile „Die nichts sagten. Sprachen. Ja, sprachen“ – konsequent Punkte als Satzzeichen setzen.

Der Titel könnte ohne die Präposition „vom“ etwas direkter und ‚knackiger’ wirken.

 

 

       

 

Schweigen und Nichts

 

Himmelschwer liegt

Tiefvergrabenes

im Körper. Gehäutet.

 

Leeres Gerede von Pulten.

Die nichts sagten. Sprachen. Ja, sprachen,

doch nichts sagten. Schwiegen.

Schrieben von Pulten,

schwiegen.

 

Von einer Stimme,

mit eines Stimme.

Beides und keins.

 

Dort ist Einer,

der nicht spricht, aber sagt,

der nicht redet. Schweigt.

Der führt das Wort

hinaus ins Nichts.

 

Das Läuten der Totenglocken. Das Schweigen.

Schwarzes steht auf dem Weißen.

Auf dem Nichts steht das Nichts.

Ineinsgefroren.

Zusammen.

 

 

 

SCHWEIGEN UND KLUFT

 

0

Einführung

0. 0

Vorwort

Kapitel I.

Sprechen/Rede

1.

 

1.01.

Schweigen und Nichts

1.01.01

Gemeinsames Nichts

1.01.02

Gemeinsames Schweigen silentium - Schweigen der Mönche

1.01.03

Die Sprache gehört nicht zum Wesen der Rede[1]

2.

 

2.01

Wer spricht wird widersprechen

2.02

Reden ist Metall

2.03

Reden als Denkprozess

2.04

Sprechen ist eine Angelegenheit der Muskeln (Bewegung)

Kapitel II.

Redner/ Zuhörer

3.

Der redende Mensch verzichtet immer

3.01

Nihilismus im Schweigen der Sprache

3.02

Vagheit, Grenzen zwischen Schweigen und Sprechen

3.03

Sprache sind Dinge, die Gefäße beruhigen

4.

Schweigen der Autoritäten - Implizites Wissen

4.01

Russel[2] / Ryle[3]

4.02

Sprechhandlungstheorie zum Schweigen[4]

Kapitel III.

Anreden/ Schweigen

5.

Schweigen Verhärtet was Entfremdet

5.01

Schopenhauer[5]/Nietzsche[6]/Beckett[7]

6.

Celan[8]

6.01

Celan - Büchnerpreisreden

6.02

Celan - Bachmann[9] Mandelstam[10]

7.

Wenn man über Bäume nicht mehr reden darf  [11]

Kapitel IV.

Abstand / Distanz zwischen Diskurs und Ereignis

8.

Wissen Platon[12] Kratylos, Menon - Wissen

8.01

Naivität   [13]

8.04

Fisch und Vogel sind spurlos  [14]

8.05

Verstummen [15]

9.

Abstand = Distanz zwischen Diskurs und Ereignis

9.01

 

9.02

 

10.

Lösungskonzepte

10.01

Bibliographie

10.02

 

10.03

 

 

 

1.      Teil Sprechen/Rede

2.      Teil Redner/ Zuhörer

3.      Teil Anreden/ Schweigen

4.      Teil Abstand = Distanz zwischen Diskurs und Ereignis

 

 

Warum noch diese Schrift?

Begründung:

Aus folgenden Gründen sehe ich mich ernsthaft gezwungen, auch

(entgegen allen Beschwörungen) eine Deutung des Gedichtes zu liefern.

 

A)     Das Gedicht “ Schweigen und Nichts „<wie andere,> entzieht sich einer fehlerlosen Interpretation, (oder wird ihm, da es noch nicht namhaft rezitiert wurde, seine Ernsthaftigkeit nicht zugesprochen?)

B)     Die fehlenden Bemühungen von Wissenschaftlern sich mit Unbekanntem zu beschäftigen, mit dem Gedanken, das sie diesem Beliebigkeit unterstellen.

 (Man beschäftigt sich mit Platon und Kant und begeistert sich an der Mehrdeutigkeit ihrer Worte. - Hierbei unterstelle ich, das man sich nur ungern der Mühe unterzieht, auch bei ausnehmenden Texten, Unerkanntes zu entdecken.)

 

 

Rede kann nicht ohne Schweigen gedacht werden, sowie Stille


1 Kommentar 14.2.11 18:41, kommentieren

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Schwaigen - Das Schwaigen und das Nichts.

Schwaigen.

 

Unzweifelhaft scheint Sprache zu „sein“. Aber verstehen wir, was wir uns sagen oder was wir sagen wollen? Reden und Hören sind nur Teil eines Prozesses ohne den Verstand. Ein Verstehen muss erst aufgrund von Interesse gebildet werden. Eine Kompetenz, mit der wir Sprachregeln verwenden, sagt nichts über unser sprechen, vielmehr zeigt sich, dass wir verschiedene Spiele beherrschen. Sprechen ist natürlich und Sprachregeln sind unnatürlich für unser sprechen. Nicht unser Sprechen für unser Denken. Wir reagieren beim Sprechen auf das, was gedacht wird, nicht auf theoretische Linguistik oder Grammatik.

Über Sprache kann man gut reden, weil wir es mit einem vagen System zu tun haben. Jeder kann etwas sagen und jeder redet bezeugt im sprachlichen Urteil wahres Zeug. Aber wer urteilt? Sprecher oder Hörer? Ist nicht der Sprecher auch Hörer? Zwischen Sprechen und dem Hören ist „Nichts“. Sprachanalytik unterschlägt geflissentlich den gemeinen Umweg vom Ohr zum Gehirn: Unser Denken, wie Sprachliches urteilen, sind wichtig. Ob wir reden oder ob wir schweigen, bleibt für unser verstehen unbenommen. Aber sämtliche Wissenschaft kann nicht so viel Aufwand treiben und différance zwischen Sprache und Sprechen, Kompetenz und Performanz herstellen, ohne diese „differens“ zu erfassen, dass dieses „ens“ zwischen dem Diskurs und dem Ereignis nachträglich unterscheidet. Es ist also nicht ein Schweigen im Sinne von, >>nicht reden<<, vielmehr ein Reden hinter der Rede. Darum nenne ich es „schwaigen“. Wer redet, „schwaigt“ denn die „differens“ zwischen Reden und denken und hören und denken ist nicht damit erklärt, dass man eine Sprache internal oder external verwendet.

2 Kommentare 25.7.10 16:31, kommentieren